15.09.2020

Um 4:30 Uhr klingelt mein Wecker jeden Morgen. Die Arbeit in der Bäckerei ruft. Doch nach dem „Feierabend“ um 10 Uhr fängt der Tag erst richtig an; ab an die Uni

Einige Gesichter in der Vorlesung erkenne ich wieder, nur ein paar Stunden zuvor habe ich ihnen hinter dem Tresen Kaffee gemacht. Neben dem Studium noch 50% zu arbeiten ist nicht immer einfach, halb 5 ist echt verdammt früh, vor allem, wenn ich abends noch Programm habe. Doch ich will mich nicht beklagen, schliesslich lassen sich diese Arbeitszeiten gut mit den Vorlesungszeiten vereinbaren. So kann ich studieren und trotzdem meine Miete bezahlen.   

Ich bin mit 18 von zuhause ausgezogen und finanzielle Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig. Ich mag es zu wissen, dass ich mir jegliche Anschaffungen selbst erarbeitet habe. Ausserdem bin ich eine Person, die immer auf Trab sein muss und unter Stress gut funktioniert. Die verbleibende Freizeit kann ich dann umso mehr geniessen. Auch wenn sich nicht jede und jeder diesen Alltag aussuchen würde, fällt es mir leicht, mich zu arrangieren und ich würde mit niemandem tauschen wollen. Im Gegenteil, ich möchte Studierende zum Arbeiten ermutigen: Auch wenn man dafür Freizeit opfern muss, die Erfahrung ist sehr wertvoll. 

Das Gastrogeschehen bildet den für mich nötigen Ausgleich zum theorielastigen Studium. Morgens bin ich auf den Beinen und leiste eine Dienstleistung, nachmittags in der Uni brauche ich meinen Kopf. 

Der Lockdown hat die ganze Situation nochmal verändert und ich war umso froher, überhaupt arbeiten zu können. Im Gegensatz zu vielen hatte ich somit immerhin etwas Normalität. 

- Zoë, Religions- und Politikwissenschaften

Location

UZH Zentrum

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