25.11.2020

Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen*. Schön und gut, doch wieso betrifft das auch uns?

In einem angeblich so fortschrittlichen Land wie der Schweiz, wo Frauen* und Männer doch mittlerweile gleichgestellt sind, ist das doch kein Thema mehr, oder etwa doch?

Etwa alle zwei Wochen wird in der Schweiz eine Frau* von ihrem Partner, ihrem Expartner oder einem Familienangehörigen ermordet. Die Zahl der physischen Gewalt, welche nicht zum Tod führt, ist noch viel höher, geschweige denn die Dunkelziffer. Schon nur, dass wir noch Anlaufstellen und Frauen*häuser brauchen zeigt, wie schlimm die Situation für manche Frauen* ist. Gerade während des Lockdowns hat das Ausmass an häuslicher Gewalt stark zugenommen. Die Isolation und Abschottung verunmöglichte es den Betroffenen aus dem Haus zu flüchten und sich Hilfe zu holen. Die Frauen*häuser waren schon kurz nach Beginn des ersten Lockdowns voll.

 

Wart ihr euch bewusst, wie gross das Problem von geschlechtsspezifischer Gewalt auch heute noch ist? In unserer Gesellschaft ist das ein Tabu-Thema. Die Morde werden als Einzelfälle dargestellt und nicht als ein systemisches Problem

. Doch wie kannst du das tun, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen? Eine Möglichkeit wäre, der betroffenen Person Hilfe anzubieten und ihr eine Notfallnummer anzugeben, wenn du sie zum Beispiel allein im Treppenhaus antriffst. Wenn du es dir zutraust, kannst du auch an der Tür klopfen, damit der Täter weiss, dass er gehört wird. Wichtig ist, dass du dir bewusst wirst wie gross das Problem von Gewalt gegen Frauen* immer noch ist, dass du dich informierst, wachsam bleibst und nicht wegschaust.

  • Hochschuelkollektiv & Ni Una Menos

* steht für die soziale Konstruiertheit der Geschlechter. In diesem Text wird zudem ausschliesslich von Frauen* gesprochen, da nur sie in den offiziellen Statistiken erfasst werden. Von systemischer Gewalt sind aber sämtliche FTIQ* (Frauen*, trans, inter und queere Personen) betroffen.

Location

Streikhaus

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