21.04.2021

Eine grosse Herausforderung für meine Generation ist meiner Meinung nach der Umgang mit den vielen Möglichkeiten, die wir haben

Überall in meinem Studium lauern Ideen, Projekte und kreative Menschen, die mich inspirieren. Neue Ausstellungen, spannende Filme und anregende Gespräche sind nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, denen ich meine Zeit widmen kann. Ich bin immer sehr offen für neue Projekte und freue mich unheimlich, wenn mich Menschen fragen, ob ich mit ihnen zusammenarbeiten möchte. Ich geniesse die Erfahrungen, die ich dabei sammeln kann und es gibt nichts schöneres als neue Leute kennenzulernen. Mit all diesen Optionen umzugehen, fällt mir aber oft nicht leicht. Ich möchte die Zeit, die ich habe, so gut wie möglich nutzen und wissen, wann genug ist. Letzthin habe ich mir alle Dinge aufgeschrieben, die in meinem Leben gerade Zeit in Anspruch nehmen: offene Projekte, Ideen, Menschen und sonstige Termine. Ich bin erschrocken, als mir bewusst wurde, wie viele Punkte es waren. Ich habe mich plötzlich gefragt, ob ich das überhaupt alles schaffe! Ein Gefühl der Überforderung kam in mir auf. Ich neige oft dazu, immer mehr und mehr zu wollen, weil ich Angst habe, Möglichkeiten zu verpassen. Infolgedessen verliere ich an Präsenz und bin in Gedanken immer mit den Dingen beschäftigt, die mir noch bevorstehen. Die Auseinandersetzung mit dieser Situation hat mir gezeigt, wie wichtig die Fähigkeit ist, Angebote ablehnen zu können und sich mehr mit seinen eigenen Kapazitäten auseinanderzusetzen. Ich kann allen nur empfehlen, einmal aufzuschreiben, was gerade Platz und Zeit in seinem/ihrem Leben einnimmt und realistisch einzuschätzen, wie viel davon überhaupt machbar ist, ohne sich zu überfordern und das eigene Wohlergehen zu vernachlässigen.

  • Priszilla, Trends & Identity, ZHdK
Location

Zürcher Hochschule der Künste

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