05.04.2021

Was in unserem Freundeskreis begann, wuchs schnell darüber hinaus: immer mehr Leute baten uns, ihnen bei der Reise-Organisation zur Hand zu gehen

Angefangen hat alles mit Marius, als sich dieser durch die Kommentarspalte eines Artikels scrollte, der sich dem Zugfahren widmete. Von zahlreichen Schreibenden wurde behauptet, dass sie ja an sich gerne per Zug verreisen würde, ihnen das Unterfangen aber unter dem Strich zu teuer zu stehen käme. Hinzukomme, dass sich das oftmals intransparente Angebot als nur eher mager bezeichnen liesse. Und auch der Umstand, dass der Buchungsaufwand von anderen Transportmitteln als wesentlich geringer aufgefasst wurde, betrachtete die Kommentar-Gemeinschaft nicht als besonders verkaufsförderlich.

Als Marius mit den Kommentaren auf uns zu kam, merkten wir erst einmal, wie bizarr es war, dass etwas, dessen Dasein eigentlich so banal und einfach in seiner Herstellung wäre, tatsächlich nicht zu existieren schien. Jetzt gibt es dieses etwas - uns.

Wir drei sind alte Freunde aus dem Zürcher Oberland, kennengelernt haben wir uns im Gymi. Auch wenn sich unsere Wege nach der Schulzeit trennten, dann nur in akademischer Hinsicht. Nebst dem Zugfanatiker in unserer Mitte, sind wir in erster Linie reisebegeisterte Zeitgenossen, die gern durch die Welt fahren. In einer Weise eben, die unserer Umwelt entgegenkommt.  

Was in unserem Freundeskreis begann, wuchs schnell darüber hinaus: immer mehr Leute baten uns, ihnen bei der Reise-Organisation zur Hand zu gehen. Kurz darauf hatten wir eine Facebook-Page, gefolgt von den ersten Reviews. Und wir drei hatten plötzlich unsere Vision vor Augen: Europa-Reisen per Zug preiswert unters Volk zu bringen und vom verstaubten Ruf zu befreien. Diesem Ziel rollen wir derweil mit anwachsender Unterstützung entgegen, denn im Herbst 2020 konnten wir unseren bisher grössten Erfolg verbuchen - eine Förderpartnerschaft mit Engagement Migros.

Wir haben von Anfang auf jegliche Form der Automatisierung verzichtet und sind damit die manuellen Köpfe, die an der Aufgleisung jeder einzelnen Zug-Romanze herumtüfteln. Gleichzeitig heisst dies, dass falls irgendjemand nachts, bei eisigen Minustemperaturen, in Polen stecken bleiben sollte, wir besagte Person höchstpersönlich aus dieser Misere heraus klopfen und wieder on route bringen. Wäre auch nicht das erste Mal. Mit dem abgekauten Slogan, dass der Weg das Ziel sei, kommen wir jetzt zwar nicht um die Ecke. Aber überlegt einmal - hat schon etwas.

  • Marius: Soziologie & Umweltwissenschaften
  • Linus: Humanmedizin
  • Austin: Geografie & Raum und Verkehrsplanung

 

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