27.05.2021

Noch während ich auf Maturreise unter der Sonne Aya Napas in postgymnasialer Freiheit umhertanzte, erhielt ich die Nachricht, bei der University of the Arts in London weiter im Bewerbungsproz

Von Zypern aus versuchte ich dann irgendwie die Zusammenstellung meines Portfolios zu koordinieren, das schlussendlich im Wesentlichen aus Zeichnungen des BG-Unterrichts bestehen würde. Schwupps, schon war ich in GB. Ziemlich schnell aber sah ich mich einer mir unbekannten Isolation ausgesetzt: es erwies sich als unerwartet schwierig, Leute kennenzulernen. Einerseits hatte ich aufgrund der Unterrichtsorganisation den Grossteil der Arbeit von daheim aus zu verrichten und dann lag dieses auch noch fern ab vom Zentrum, weswegen ich unter der Woche nicht so einfach in das Treiben der Stadt losziehen konnte. Noch nie war ich so unglücklich.

Damit gerechnet, dass das Allein-Sein ein Problem darstellen würde, hatte ich nicht. Jedoch war ich auch nie wirklich allein gewesen, wenn, dann weil ich es wollte und mit der Aussicht den Zustand zu beenden, sofern mir danach war. Ich begann meinen Entscheid mehr und mehr zu hinterfragen, bis ich ihn gänzlich als überstürztes Handeln ansah. Dennoch beschloss ich das Jahr abzuwarten. Nachdem ich anfangs 2020 für die Ferien nach Hause gereist war, würde ich Schweizer Boden nicht mehr verlassen: eine Rückkehr erwies sich aufgrund der Lage als unmöglich. Als ich merkte, wieviel glücklicher ich war, umgeben von Freundeskreis und Familie, wusste ich, dass ich nicht mehr zurückgehen würde. Das Studienjahr an der UAL beendete ich in den heimischen Wänden und ich schrieb mich für Kunstgeschichte an der UZH ein.

Mein Studienglück habe ich jetzt gefunden, im Bewusstsein der Privilegiertheit eine Wahl zu haben. Und auch wenn es sich zuerst so angefühlt hatte, mit meiner Rückkehr einen Traum aufgegeben zu haben: man kann und soll auch neue Träume haben.»

 

- Nima, Kunstgeschichte UZH

Location

UZH Zentrum

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