06.06.2021

Du denkst so viel daran, was alles schiefgehen könnte, dass Du gar keinen Gedanken daran vergeudest, dass es auch gut gehen könnte...

So ging es mir zumindest am Tag bevor ich mich an meinen Arbeitsplatz als nichtbinär outete. Die Reaktionen waren dann aber völlig positiv. Es kamen keine blöden Sprüche und Fragen. Ähnlich ging es mir, als ich an der ETH arbeitete. Auch dort traf ich auf viel Vertständnis. Meine Mitarbeiter*innen fragten mich einfach, wie sie mich am besten adressieren sollten. Leider berichten die Medien aber vordergründig von negativen Erlebnissen und Erfahrungen, die queere Menschen machen. Natürlich ist es wichtig, dass man auf Diskriminierung aufmerksam macht, aber es nimmt den Menschen auch etwas den Mut zur Veränderung. An Mut zur Veränderung fehlt es jedoch an unseren Hochschulen hier in Zürich nicht. Denn als wir vom Verein queer*z auf die Rektorin der ETH zugingen, um vorhandene Probleme bezüglich Namensänderung und Barrierefreieheit anzusprechen, stiessen wir auf Verständnis und die wohlwollende Bereitschaft, Dinge so zu ändern, dass es für möglichst alle Menschen tragbar ist. Nicht alles liess sich sofort Umsetzen und einiges auch gar nicht. Aber dieses Wohlwollen, dieser Willen, miteinander zu wachsen und alle zu inkludieren, ist für mich auch das, was unsere Hochschulen bunt macht, nebst den Menschen verschiedenster Herkunft, sexueller Orienitierung und Geschlechtsidentiät an den Unis. Das ist wunderschön, und im Rahmen des Pride Monats (aber auch das ganze Jahr über) möchte ich allen Personen mitgeben, dass wir alle okay sind, genau so, wie wir eben sind. Und das man den Mut haben darf, an das Positive zu glauben und sich auf dieses zu fokussieren. Denn ich glaube, dass mehr positive Resonanz unserer Gesellschaft ermöglicht, einen grossen Sprung in diese Richtung zu machen.

-Kim, ehemalige Mitarbeiter*in der ETH, Queer*z

Location

ETH Polyterrasse

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