04. November 2016

Wir wollten entdecken, Menschen kennenlernen, fremde Gerüche einatmen, uns von anderen Kulturen prägen lassen. Und das haben wir auch getan. Jeden Kontinent haben wir erkundet ...

Sende ein Geschenk!

Ich wurde streng erzogen: Viele Regeln, viele Verbote und wenig Zeit, sich darüber wirklich Gedanken zu machen. Irgendwann, wie es in diesen Situationen früher oder später immer passiert, riss ich mich los. Ich floh in die Freiheit eines Studiums und setzte alles daran, zu reisen. Zehn Jahre lebte und arbeitete ich in England, einige Zeit verbrachte ich in Vancouver. Abgesehen davon reiste ich während zwei Jahren mit meiner Lebensgefährtin um die Welt. Wir sassen so wenig im Flugzeug wie nur möglich. Wir wollten entdecken, Menschen kennenlernen, fremde Gerüche einatmen, uns von anderen Kulturen prägen lassen. Und das haben wir auch getan. Jeden Kontinent haben wir erkundet, jede Kultur aufs genaueste betrachtet. Die Erinnerungen an diese Reisen werde ich für immer in mir tragen. Sie sind zu Weggefährten, Freunden und Ratgebern geworden.

Nach diesen langen Expeditionen hat mich das Zentrum von Europa angezogen. Ich wollte hier, in Zürich, meine Tochter Carla grossziehen. In dieser schönen Stadt, von riesigen Länder umzingelt, aber trotzdem eine Sache für sich. Von hier aus kann ich nun Carla alles zeigen, was mich selbst in Europa so fasziniert hat. Den Anfang machten wir letzten Monat mit einer Familienreise nach Sizilien. Die nächste Reise wird schon geplant. 

Ich will keine grossen Reden für die heutigen Studenten halten, jeder findet seinen eigenen Weg. Eine Sache aber empfinde ich als wichtig: Lasst euch Zeit mit wichtigen Entscheidung und seid nicht zu Karriere-orientiert. Versucht, viel zu reisen und euch auch auf diese Art zu bilden und ihr werden eine Ruhe erlangen, die nicht jeder das Glück hat seine eigene zu nennen. Irgendwann kommt vielleicht die Zeit für ein Kind, meine jetzt, deswegen arbeite ich momentan auch nicht und verbringe Zeit mit Carla.