25. Dezember 2017

Mein Grossvater ist für mich ein Held. Ich liebe es, wenn er auch heute noch von seinen lebhaften Geschichten aus dem Kongo erzählt. ...

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 Er ist ein wahnsinnig intelligenter Mann, der damals in Belgien als Jahrgangsbester abschloss. 1962, zwei Jahre nach der Unabhängigkeit Kongos, fasste er den Entschluss nach Afrika zu reisen, um dort zu unterrichten. Die Zeit im Dorf Wamba beschreibt er als wunderschön und sie ist immer noch ein grosser Teil von ihm.

Nach einem Jahr kehrte er wieder nach Belgien zurück, aber bereits zwei Jahre später verkaufte er all seine Güter, um erneut in den Kongo zu fliegen. Kurz vor seiner Abreise teilte man ihm jedoch mit, dass eine Rückkehr unmöglich sei. Es habe heftige Aufruhr gegeben und die Einwohner seien dabei gewesen, als Folge der jahrelangen Unterdrückung, sämtliche Weissen umzubringen. Es war ein Glück, dass mein Grossvater damals das Land verlassen hatte und später nicht zurückgereist war.

 Doch diese Erfahrung in Afrika schien sein Leben verändert zu haben. Er bereiste ferne Länder, lernte neue Menschen kennen und schaffte sich ein Verständnis für fremde Kulturen. Dies macht ihn in meinen Augen zu einem äusserst interessanten Mann. Seine Abenteuergeschichten inspirieren mich und ich bewundere, dass er völlig selbstlos sein Heimatland verliess, um den Menschen im Kongo etwas vermitteln zu können. Angeregt dadurch, habe ich den Entschluss gefasst, nach meinem Studium zu den Médecins Sans Frontières zu gehen. Ich wünsche mir, so nebst positiven Taten auch Geschichten zu hinterlassen, von denen noch meine Enkel schwärmen werden.