31. Dezember 2017

Als ich schon drei Jahre in der Schweiz war fiel mir auf, dass ich noch nie Zeit hatte, einen Deutschkurs zu besuchen oder am Wochenende Ausflüge zu machen - ausser meinem Zuhause und den Sporthallen hatte ich gar nichts gesehen! ...

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Ich bin wegen meiner grossen Leidenschaft, dem Unihockey, in die Schweiz gekommen. Schon als ich klein war, habe ich zuhause in Prag gespielt, aber es war immer mein Traum, einmal im Ausland eine bessere Liga auszuprobieren. Mit 20 Jahren dachte ich mir: jetzt oder nie und ging in die Schweiz. Der Plan war, für eine Saison zu bleiben und danach zurückzukehren, um in Prag weiter zu studieren. Aber dann habe ich immer gesagt: noch eine Saison, und nochmals eine, und irgendwie sind aus sechs Monaten plötzlich sechs Jahre geworden.

Mittlerweile spiele ich nur noch aus Spass Unihockey. Früher habe ich Nati A gespielt aber das war so unglaublich zeitintensiv; jedes Wochenende hatte ich ein oder zwei Spiele und drei bis vier Mal Training unter der Woche. Jetzt habe ich endlich Zeit für andere Dinge: ich reise viel - zum Beispiel fuhr ich für zwei Monate durch Amerika - habe wieder angefangen zu zeichnen und kümmere mich viel mehr um mein Sozial-Leben. Und jetzt habe ich soeben wieder zu studieren begonnen; dieses Mal in Zürich und zwar Germanistik.

Ich würde keine meiner Entscheidungen ändern. Wenn ich nach einer Saison in der Schweiz zurück nach Hause gegangen wäre, dann wäre ich nie nach Amerika gefahren, hätte Berlin nicht gesehen, hätte meinen Freund nicht kennengelernt und würde auch nicht Deutsch studieren – mein Leben wäre komplett anders!