30. November -0001

In meinen fünf Jahren als Flugbegleiterin habe ich ziemlich verrückte Sachen erlebt.  Erinnern werde ich mich immer an einen meiner Flüge nach NYC, als sich ein betrunkener Passagier auf halbem Weg umzubringen drohte. ...

Sende ein Geschenk!

Als Sicherheitsmassnahme nahmen wir ihm den Gürtel weg - den er uns übrigens völlig freiwillig überreichte. Von unserer Seite her wurde ihm zusätzlich das Besteck verwehrt. Während des ganzen Prozederes blieb ich ruhig. Einerseits, weil ich aufgrund meiner Verantwortung dazu angehalten war, andererseits war ich mir aber auch ziemlich sicher, dass er seine Drohung unterlassen würde. Abgesehen von dem Umstand, dass ihm die nötigen “Hilfsmittel” ausgingen, erwies sich meine Vermutung als richtig.

Über Suizid zu sprechen ist nicht grundlos ein Tabu. Ist man dann aber tatsächlich mit solch einer Situation konfrontiert, egal wie ernst die Lage scheint, so wird es für manche sicherlich schwierig sein sie zu handhaben. Ich denke, dass weder ein Unter-den-Teppich-kehren förderlich ist, noch eine offene Zurschaustellung. Natürlich gehört genau dieses Erlebnis zu den drastischeren Ereignissen, auf das man nicht wirklich vorbereitet sein kann. In der ganzen Zeit habe ich aber überwiegend schöne Erinnerungen gesammelt. Und genau aus diesem Grund werde ich meinen luftigen Arbeitsplatz auch nicht wechseln und ihn mit meinem nun beginnenden Studium der Rechtswissenschaften unter ein und denselben Hut bringen.