05. März 2018

In meinen fünf Jahren als Flugbegleiterin habe ich ziemlich verrückte Sachen erlebt.  Erinnern werde ich mich immer an einen meiner Flüge nach NYC, als sich ein betrunkener Passagier auf halbem Weg umzubringen drohte ...

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Als Sicherheitsmassnahme nahmen wir ihm den Gürtel weg - den er uns übrigens kooperativ und absolut freiwillig überreichte. Von unserer Seite her wurde ihm zusätzlich das Besteck verwehrt. Während des ganzen Prozederes blieb ich ruhig. Einerseits, weil ich aufgrund meiner Verantwortung dazu angehalten war, andererseits war ich mir aber auch ziemlich sicher, dass er seine Drohung unterlassen würde. Abgesehen von dem Umstand, dass ihm die nötigen “Hilfsmittel” ausgingen, erwies sich meine Vermutung schlussendlich als richtig.

Über Suizid zu sprechen ist nicht grundlos ein Tabu. Ist man dann aber tatsächlich mit solch einer Situation konfrontiert, egal wie ernst die Lage scheint, so wird es für manche sicherlich schwierig sein, sie zu handhaben. Ich finde, dass weder ein Unter-den-Teppich-kehren förderlich ist, noch eine offene Zurschaustellung. Aber das perfekte Rezept für einen richtigen Umgang mit solch einer schwierigen Thematik kann auch ich nicht bieten.

Natürlich gehört genau dieses Erlebnis zu den drastischeren Ereignissen in meiner Zeit als Flugbegleiterin, eines, auf das man nicht wirklich vorbereiten sein kann. Dennoch habe ich über die Jahre vorwiegend schöne Erinnerungen gesammelt. Und genau aus diesem Grund werde ich meinen luftigen Arbeitsplatz auch nicht wechseln und ihn mit meinem Studium der Rechtswissenschaften unter ein und denselben Hut bringen.