27. Mai 2018

Mittlerweile musste ich ausziehen, aber ich denke immer noch mit sehr viel Nostalgie zurück an diese acht Quadratmeter. Ich brauche wirklich nicht mehr; ich habe meine vier Wände und bin glücklich damit. ...

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Nach der Kanti ging ich zur Studienberatung. Auf die Frage, was ich in meinem Leben machen möchte, antwortete ich, dass ich schon lange Philosophie studieren wolle. Ich sagte, dass ich später etwas machen will, womit ich den Menschen etwas zurückgeben kann und dass ich die Welt entdecken möchte. Die Beraterin fragte, ob ich sicher sei, dass ich Philosophie studieren wolle und meinte, sie rate mir davon ab.

„Du weißt schon, dass man für deine Ziele auch Geld braucht“, sagte sie und zeigte mir die Arbeitslosenquote der Philosophieabgänger. Und ich, frisch von der Kanti, liess mich von diesem Gespräch beeinflussen. So studierte ich für ein Jahr lang Wirtschaft und Philosophie, je halb-halb. Es bestätigte sich aber schnell, was ich schon immer wusste: Ich brenne für die Philosophie. Nun studiere ich Philosophie im Hauptfach und bin stolz auf diese Entscheidung. Es ist schliesslich mein Leben und ich muss es so führen, wie ich es für richtig halte.

Klar braucht man Geld zum Leben, aber ein Leben im Luxus würde mich auch nicht glücklich machen. In der Glücksforschung gibt es eine Grafik dazu: Sie zeigt, dass Glück ab einem gewissem Grad, wenn alle Grundbedürfnisse gedeckt sind, nicht mehr weiter mit dem Geld anwächst. Als meine Bekannten mein erstes WG-Zimmer gesehen haben, fragten viele, ob ich mich denn überhaupt darin wohlfühlen könne – es war nur acht Quadratmeter gross. Mittlerweile musste ich ausziehen, aber ich denke immer noch mit sehr viel Nostalgie und guten Gefühlen zurück an diese acht Quadratmeter. Ich brauche wirklich nicht mehr; ich habe meine vier Wände und bin glücklich damit.