20. Mai 2018

Als Vorreiter für das Projekt «Bibliothek der Zukunft» werden wir unser Gebäude verlassen und in die Hauptbibliothek der Naturwissenschaften integrieren. Als Bibliotheksleiter blicke ich gespannt auf die kommende Veränderung. ...

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Der Zugriff auf Wissen wandelt sich ständig. Als ich vor 35 Jahren an meiner Diplomarbeit schrieb, musste ich anhand von Bibliotheks-Karteikärtchen nach Literatur suchen. Die heutigen Studierenden müssen jedoch ihr Blickfeld stark eingrenzen, um sich nicht in der Fülle an Information zu verlieren.

Im Vergleich zu andern Fächern schwindet in den Naturwissenschaften die Bedeutung von gedruckter Wissenschaft schneller. Während Disziplinen der philosophischen Fakultät auf Bücher angewiesen sind, spüren wir in der Geografie wie die Digitalisierung stetig zunimmt und versuchen mit dem Zeitgeist mitzuziehen. Der Fokus unserer Arbeit in der Bibliothek liegt schon lange nicht mehr auf dem Einsortieren von Büchern, sondern auf der professionellen Dienstleistung für Studierende und Forschende. Als Bibliotheksmitarbeitende haben wir fast alle einen Master in Geografie und verfügen über die notwendigen Kompetenzen. Diese Verschiebung der Verantwortung bringt uns näher an das Konzept eines modernen Bibliothekswesens und ich sehe die Integration in die Hauptbibliothek als Teil dieses Prozesses.

Natürlich ist es eine grosse Veränderung und ein Wandel ist oftmals schwer. 35 Jahre habe ich in der Bibliothek des geographischen Instituts gearbeitet und ein Team aufgebaut, welches nun in andere Strukturen integriert wird. Doch dadurch, dass das Institut gut in den Prozess eingebunden war und vieles selbst gestalten konnte, ist die Akzeptanz relativ gross. Und je besser unser Referenzprojekt klappt, desto geringer wird schlussendlich der Widerstand gegen das Grossprojekt ausfallen.