11. Juni 2018

Wir planen, hetzen und arbeiten uns durch den Alltag, bis wir nicht mehr können und den Drang verspüren, eine Belohnung für die durchgemachten Anstrengungen zu erhalten. Dann geht es wieder von vorne los. ...

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Nach einem anstrengenden Start ins neue Jahr, beschloss ich, mir im März den Luxus einer Auszeit zu gönnen und flog nach Arubja. Während bei meinen Mitstudenten die Lernphase einsetzte, sass ich am weissen Sandstrand, schlürfte Cocktails und verdaute die letzten Wochen. Und ja, ich genoss es. Aber aus der Retrospektive betrachtet, finde ich es ein wenig grotesk, dass mir eine Reise ins Ausland die einzige Möglichkeit schien, Zufriedenheit zu schöpfen. Wieso nicht im normalen Alltag? Ich könnte doch versuchen, diese Zufriedenheit in kleinen Schritten, Tag für Tag zu erkämpfen. Wieso muss ich so lange warten um mich wieder zu fühlen, wie am Sandstrand von Arubja?

Mir ist bewusst, dass wir in einem System leben, das von routinierter Arbeit, Disziplin und anderen gesellschaftlichen Leistungserwartungen geprägt ist. Deshalb funktioniert es vermutlich auch. Aber ist das alles? Wenn ich als Beispiel den letzten Arbeitstag unser Woche anschaue: Wieso soll nur der Freitag in solch einem Ausmass zelebriert werden? Sollte ich nicht alle Wochentage in irgendeiner Form wertschätzen? Wir haben schliesslich ganze sieben davon. Verpflichtungen hin oder her: Ich denke jeder sollte einen Weg finden, um sich den Alltag in irgendeiner Art lebensfreudiger zu gestalten, auch wenn nur durch Kleinigkeiten. Das Leben ist zu schade, für zwei kurze Tage die Woche zu leben oder ständig seinen wohlverdienten Ferien entgegenzueifern.