20. Oktober 2018

Manchmal habe ich das Gefühl, dass unserer Generation gar nicht so richtig den Anspruch an sich selbst hat, erwachsen zu werden ...

Sende ein Geschenk!

Es gibt vieles, das einfach gegeben ist im Leben. Nur schon, dass wir hier in der Schweiz geboren sind und dadurch Möglichkeiten erhalten, welche vielen anderen nicht geboten werden - fast gratis studieren zu können zum Beispiel. Klar muss man für den eigenen Erfolg auch arbeiten, aber ich denke, dass uns viele Faktoren für unser Leben schon mitgegeben und nicht beeinflussbar sind. Deshalb bin ich nicht sicher ob ich auf allfällige Errungenschaften im Leben besonders stolz sein kann. 

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass unsere Generation gar nicht so richtig den Anspruch an sich selbst hat, erwachsen zu werden; in der heutigen Zeit ist es möglich, noch recht lange jung zu bleiben. Ich glaube das war früher anders. Vieles ist extrem unverbindlich und man hält sich das auch bewusst so - was unter anderem durch soziale Medien und What’s App möglich wurde. Ich kann zum Beispiel fünf Minuten vor einem Treffen noch schnell absagen und niemand weiss genau, wie’s jetzt eigentlich gerade um den eigenen Beziehungsstatus steht. Wir studieren mal, dann machen wir ein Zwischenjahr, gehen noch etwas reisen, wir heiraten später und haben später Kinder. Es verschiebt sich, kurz gesagt, alles nach hinten.

Der Lehrerjob in meinen Praktika an der PH ist deshalb ein bisschen ein Schauspielern, ich fühle mich von den Kids gar nicht so weit weg, obwohl ich schon ein Stück älter bin als sie. Als Lehrer darf ich nicht immer ich selber sein. Am liebsten wäre ich per du mit den Schülern, mehr auf einer kollegialen Basis, aber das funktioniert natürlich nicht in diesem Beruf - was es braucht ist das Vermitteln von Autorität und Erwachsensein.