11. November 2018

Du kannst niemanden verstehen, ehe du nicht seine Geschichte erfahren und eine Zeit lang so gelebt hast wie er ...

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Ich bin in Spanien geboren und aufgewachsen, bis ich mit 15 allein nach Dänemark auf ein Internat ging. Nach dem Gymnasium bin ich nach Aberdeen umgezogen, weil in Schottland die Uni für Europäer kostenlos ist. Nach einem Jahr Studium entschied ich mich, einen Austausch zu machen und lebe deshalb jetzt in der Schweiz.

Bevor ich damals nach Dänemark umgezogen bin, hat mir jemand gesagt: «Du kannst niemanden verstehen, ehe du nicht seine Geschichte erfahren und eine Zeit lang so gelebt hast wie er.» Seither versuche ich so viele Kulturen und Länder wie möglich kennenzulernen. Dies geht am besten, indem man dort lebt. Das Schönste wäre, wenn jeder diese grossartige Möglichkeit hätte, einen Austausch zu machen. Es fördert nicht nur das Verständnis und den Respekt für andere Kulturen, sondern erweitert auch den Horizont.

Obwohl die Universität Zürich gross und dadurch anonym ist, fühle ich mich integriert – insofern ich dies als Austauschschüler sein kann. Um vollständig integriert zu sein, müsste ich Schweizerdeutsch verstehen. Aber ich glaube, in nur einem Jahr ist eine vollständige Integration unmöglich. Das ist ganz normal, denn ich bin nicht hier geboren, komme von einem anderen Land und habe eine andere Kultur. Ich kenne die Leute, das Land und den Lifestyle nicht so, wie es die Einheimischen kennen. Doch genau das finde ich so spannend. Ich fühle mich nicht wie ein Schweizer, aber ich fühle mich auch nicht wie ein Fremder – ich bin ein Austauschschüler und als solcher darf ich die Schweizer Geschichte erfahren.