18. November 2018

Frisch und wissbegierig öffne ich morgens die Newsapp – und stecke mein Handy wieder resigniert in die Hosentasche. Wie man sich erfolgreich ein Doppelkinn wegspritzen lässt, will ich (noch) nicht wissen ...

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In meiner Zeit beim Militär diente uns die „Single des Tages“ Seite der Gratiszeitungen als auserlesene Unterhaltungskost. Wir malten uns die dahinterstehende Person aus und suchten den geeigneten Partner aus unseren Reihen. Aber trotzdem; gehört so was in eine Zeitung? 

In meinen Augen darf das Konsumverlangen niemals die Relevanz von Nachrichten bestimmen. Journalismus und Leserschaft sind sonst nicht mehr ernst zu nehmen. Natürlich kommt dann gleich die Gegenseite anmarschiert: „Aber sonst wird ja nichts mehr gelesen“. Untergangsstimmung vom Feinsten und im Unrecht sind sie ja nicht. Ein bisschen Softnews für die Unterhaltungsbedürftigen, von mir aus - aber dann bitte nicht auf der Titelseite. Eine Knacknuss liegt wohl vor allem darin, dass wir im Verlauf der Jahre die Gratiskultur kennen und lieben gelernt haben. Und niemand will sich so recht von ihr verabschieden.  

Die Ablehnung der No-Billag-Initative hat aber gezeigt, dass die Nachfrage nach Qualitätsjournalismus dennoch besteht. Das nimmt für einmal den lautstarken Kulturpessimisten (die es übrigens schon immer gab) ein wenig die Luft aus den Lungen. Und jetzt liegt es an uns etwas daraus zu machen.

 

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