19. Mai 2019

Manche in meinem Fach fragen mich, was ich bei ihnen zu suchen habe. Ich entspreche gar nicht dem stereotypischen Profil einer Mathematikerin ...

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Es verletzt mich zu beobachten, wie wenig Rücksicht manche Menschen aufbringen. Sei es mit mir, mit anderen Lebensgefährten oder mit der Natur. Meine FreundInnen tadle ich immer, wenn sie ihren Müll nach einem Grillfest im Wald liegen lassen. Natürlich räume ich anschliessend alles weg. Aber ich verstehe nicht, wie man so sein kann - die Umwelt nicht lieben, das geht für mich gar nicht.

Ich habe meine Prinzipien und ich lebe sie jeden Tag. Toleranz, Respekt, Liebe und Einklang mit der Natur. Manche in meinem Fach fragen mich daher, was ich bei ihnen zu suchen habe. Ich entspreche gar nicht dem stereotypischen Profil einer Mathematikerin; ruhig und asozial. Das Mathestudium passt zu mir, weil es zu den naturwissenschaftlichen Fächern gehört und mir eine vielseitige und spannende Interdisziplinarität und Ausbildung ermöglicht – aber es definiert definitiv nicht meine Persönlichkeit.

Ich denke eher meine Haare und mein Styling zeigen, wer ich bin; ein offener Weltmensch. Aber eben genau wegen meiner offenen Einstellung – und meinem Aussehen – habe ich manchmal Mühe mit anderen Menschen. Insbesondere, wenn sie dazu tendieren, kleinkariert und engstirnig zu sein. Wenn Menschen mich weder als Frau noch als Person wertschätzen, wurmt mich das. Oder wenn meine FreundInnen wegen ihrer sexuellen Neigungen oder ihrer Abstammungen kritisiert werden. Ich sage ihnen dann immer, sie sollen bleiben, wie sie sind. Und das gilt auch für mich. Ich werde meine Persönlichkeit wegen andern nicht ändern. Ich mag, wer ich bin. Angehende Mathematikerin, aber von Herzen Hippie.