14. Juni 2019

In unserer Sprache zeigt sich eine männliche Dominanz, welche sich in der Gesellschaft wiederspiegelt ...

Sende ein Geschenk!

Lieber Leser*in oder doch besser: Liebe Lesende?

Anfangs mag es nach einer Forderung klingen, welche aus einer Mücke einen Elefanten macht. Weshalb es so wichtig ist, dass wir unsere alltägliche Sprache anpassen und auf genderneutrale Formulierungen achten? Ist doch klar, dass wir mit Wörtern wie «Student» oder «Leser» auch die weibliche Version «Studentin» oder «Leserin» meinen. Weshalb sollten wir unnötig unsere Sprache verkomplizieren und darauf achten, dass es im Text eben «Leser*in», oder noch neutraler, «Lesende» und nicht einfach nur «Leser» heisst? 

Es ist deshalb von enormer Wichtigkeit und Dringlichkeit auf solche gendergerechten Formulierungen zu achten, da unsere Sprache unser Denken beeinflusst und strukturiert. Die verwendeten Begriffe kategorisieren unser ganzes Denken und prägen darüber hinaus unsere Vorstellungen, Handlungen und Werte. In unserer Sprache zeigt sich eine männliche Dominanz, welche sich in der Gesellschaft wiederspiegelt. Wollen wir also Gleichstellung, braucht es eine elementare Veränderung im Denken und diese fängt mit der Alltagssprache an. 

Aus dem Grund ist es eben keine Bagatelle, dass auf solche Dinge wie sprachliche Gleichbehandlung geachtet wird. Wir Journalistinnen und Journalisten von Humans of the Universities of Zurich legen grossen Wert darauf, dass wir unsere Texte genderneutral formulieren und hoffen, dass in Zukunft immer mehr Zeitungen, Publikationen und Online Medien darauf achten – bis sich schlussendlich eine geschlechtsneutrale Sprache etabliert hat und «man» sich nicht mehr jedes Mal bewusst für eine geschlechtsneutrale Formulierung entscheiden muss. Gleichstellung von Mann und Frau fängt mit unserer Ausdrucksweise an und daher wünschen wir uns eine Zukunft mit einer geschlechtergerechten Sprache.