10. August 2019

Bis zu meinem Lebensende Mathe machen – Nein, danke ...

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Es war definitiv keine einfache Entscheidung für mich. Ich habe lange damit gehadert. Bis jetzt habe ich Maschinenbau im zweiten Semester studiert, nun aber plötzlich abgebrochen.

Im ersten Semester war ich begeistert vom Studium. Alles lief gut: ich hatte gute Kollegen, hatte einen Crush und hatte sogar gute Noten in Mathe. Kurz, ich war voll im Flow. Doch der Punkt war: Ich war nicht ich. Ich hatte keine Zeit mehr, über andere Dinge nachzudenken als das Studium. Ich wandte mich nur noch der ETH zu und meine ganze Energie wurde davon absorbiert. Ich habe mich irgendwie verloren gefühlt, trotz meinen Kollegen – u.a., weil ich die einzige Frau war. Und dann noch der ganze emotionale Stress... Innerhalb dieses Rahmens sah ich einfach keine Zukunft mehr. Bis zu meinem Lebensende Mathe machen – Nein, danke!

Irgendwie war mein ganzes Leben in einer Sekunde auf den Kopf gestellt worden und ich hatte nichts mehr unter Kontrolle, fühlte mich frustriert, entmachtet und energielos. Also begab ich mich auf die Suche – die Suche nach mir. Was ist das Richtige für mich? Was gibt meinem Leben Sinn? 

Ich belege diesen Sommer einen Vorkurs, um Industrie Design an der ZHdK zu studieren. Ich denke, die Kreativität suchte ich vergebens im Maschinenbau. Die Muse fehlte mir, die eigene Fantasie und Kreativität wurde ausgeblendet, alles war maschinell. Die ZHdK hingegen könnte mir eine Antwort auf meine Suche bieten und mir den nötigen Freiraum geben, wo ich wieder ich sein kann.