17. September 2019

„Masturbieren gibt Pickel“, es erstaunt mich immer wieder, was für Sex Mythen in den Schulen kursieren. ...

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Ich setze mich für zeitgemässe, adäquate Sex-Education bei Jugendlichen ein. In meiner Schulzeit hiess Aufklärung, dass dir dein verkrampfter, unbeliebter Biolehrer mit einem längst abgelaufenen Kondom und einer Gurke demonstriert, wie man dieses richtig benutzt. Er hat einen schwarz-weissen Film über den weiblichen Zyklus abgespielt und dir mit drohenden Erzählungen von Geschlechtskrankheiten jede Lust auf Sex verdorben. Das fand ich nicht ausreichend.

Aufklärung über Sex ist für mich mehr als nur Verhütung und Geschlechtskrankheiten. In meinen Schulbesuchen spreche ich zwar über Anatomie, Verhütung und Gefahren, aber auch über den Bezug zur eigenen Sexualität, Verhalten gegenüber dem bevorzugten Geschlecht, Konsens, sexuelle Orientierung, Beziehungen und Liebe. Erst dann wird darüber gesprochen, wie man schlussendlich Sex hat. Mir liegt es sehr am Herzen, Fragen dazu ehrlich, direkt und korrekt zu beantworten. Korrekt wird dabei besonders betont, weil Sexualität als Thema mit vielen Mythen bestückt ist.

Viele Ängste der Jugendlichen beziehen sich darauf, beim Gegenüber nicht gut anzukommen, nicht attraktiv zu sein oder etwas falsch zu machen und die meisten Fragen lassen sich runterbrechen auf «bin ich normal?». Dies ist einerseits beruhigend, weil es eine beantwortbare Frage ist. Andererseits ist es besorgniserregend, weil es impliziert, dass man zwanghaft reinpassen will und auf keinen Fall anders fühlen will als all die anderen. Sie streben einem Bild hinterher, einem Ideal, statt zuerst die Fragen zu Bedürfnissen und Fantasien für sich selbst zu beantworten. Für mich ist es wichtig klarzustellen, dass es weder normal noch abnormal gibt.