11. Oktober 2019

Wir vom Klimastreik Zürich machen den Hochschulen Feuer unter dem Hintern ...

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Der Klimastreik darf nicht nur eine Kanti-Bewegung sein. Student*innen werden noch genauso stark vom Klimawandel betroffen sein, wie die Schüler*innen. Die Hochschulen in Zürich haben aber noch immer keine Stellung zu der Klimakrise bezogen. Das soll sich jetzt ändern. Am Freitagmittag übergab der Klimastreik Zürich Forderungen an die Hochschulen, symbolisch um 12.05 Uhr, denn die Uhr tickt und uns läuft die Zeit davon.

Über Monate hinweg sind folgende Forderungen entstanden:

Klimanotstand ausrufen! Der Begriff Klimanotstand ist mehr als nur symbolisch. Es bedeutet, dass die Eindämmung der Klimakrise als Priorität gesetzt wird und sich die Hochschulen aktiv daran beteiligen, diese aufzuhalten und darüber zu informieren. Allein an der Uni und der ETH wird so viel zu Klimawandel geforscht, doch breitflächig darüber informiert wird nicht. Hört ihr euch selbst überhaupt zu? Der Klimastreik will klar machen, dass wir in einer Krise leben.

Bildung zur Klimakrise! Informationen zur Klimakrise sollen fester Bestandteil jeder Ausbildung sein, in Form von Studiengang-unabhängigen Pflichtvorlesungen. Hochschulen prägen enorm unser Denken, hier sollte Wissen und Werkzeuge vermittelt werden, die zu einer nachhaltigen Gesellschaft führen. Die Weiterbildung betrifft nicht nur die Student*innen, sondern auch Dozent*innen, Forscher*innen und Professor*innen. Viele Professor*innen wissen zwar über den Klimawandel Bescheid, haben aber die Faken nicht internalisiert. Dozent*innen, die mit dem Flugzeug pendeln oder Gastreferenten für eine einzelne Vorlesung einfliegen lassen, sind sich offensichtlich den Konsequenzen ihrer Handlungen noch nicht bewusst. Zudem fordern wir Transparenz bezüglich der Forschungsfinanzierung und eine selektive Geldannahme.

Zukunft vorleben – Netto null 2025! Hochschulen haben eine Vorbildsfunktion. Deswegen fordern wir ein nachhaltiges Essensangebot, ökologisches Reisen und klimafreundliche Energieversorgung. Fleischmenus sollen nicht mehr angeboten werden, zudem sollen die Mahlzeiten regional und saisonal sein.  

Die Forderungen sind Denkanstösse, aus denen sich eine konstruktive Zusammenarbeit ergeben kann. Wir sind uns bewusst, dass die Hochschulen diese nicht 1:1 umsetzen werden. Unser primäres Ziel ist es, dass sie ihre Rolle in der Klimakrise stärker einnehmen, denn Bildung ist ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Zukunft und Forschung, Bildung und Entwicklung sind ja auch die zentralen Funktionen einer Hochschule in der Gesellschaft. Am Schlimmsten wäre es, wenn nur darüber gesprochen wird, dass der Klimastreik kein Fleisch mehr an den Mensen will. Wer nur diese Konsequenz aus den Forderungen zieht, hat unsere Message nicht verstanden.