15. Oktober 2019

Ich behaupte nicht, dass ich nicht auch ab und zu motze, aber ich glaube, dass die Probleme hier in der Schweiz meist nicht wahnsinnig gross sind ...

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Eine sehr lehrreiche Erfahrung war die Teilnahme an einem Capstone Kurs an der Uni. In unserem Forschungsprojekt versuchten wir zu zeigen, dass es in Kenia strukturelle Diskriminierung gegen junge muslimische Männer gibt. Um dafür die nötigen Daten zu generieren, haben wir hunderte von Seiten darüber gelesen, wie Menschen von der Polizei rechtswidrig gefoltert oder hingerichtet wurden. Menschenrechtsverletzungen durch korrupte Sicherheitskräfte sind in Kenia ein grundlegendes Problem – und hier in der Schweiz wird fast nie darüber berichtet.

Ich arbeite nebenbei im Journalismus und gerade dort sollte man auch das Elend aufzeigen und nicht einfach Infos über den neusten Bachelor oder sonstige triviale Angelegenheiten publizieren. Es ist ein Problem, dass viele junge Leute nicht mehr an die wirklich wichtigen Informationen gelangen. Wenn jemand nichts von Problemen wie Menschenrechtsverletzungen wissen möchte, ist das legitim, aber die Chance, sich zu informieren, sollten alle haben.

 Wir sollten öfters über den Tellerrand hinwegschauen. Es gibt so viele Menschen, die sich unglaublich oft über Bagatellen beschweren. Ich behaupte nicht, dass ich nicht auch ab und zu motze, aber ich glaube, dass die Probleme hier in der Schweiz meist nicht wahnsinnig gross sind.

Auch wenn Kenia wirtschaftlich und weltpolitisch nicht gerade von zentraler Bedeutung ist, leben dort Menschen wie du und ich. Diese schreckliche Korruption sollte niemand erdulden müssen. Wir sollten die Augen nicht verschliessen, schlussendlich sind wir doch alle Menschen - Menschen mit den gleichen Rechten.