29. Juli 2016

​Ziel erreicht. Diese Woche erreichte meine Mailbox eine langersehnte Email mit Titel „Antwort: Bachelor’s Thesis Feedback“ ...

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"Mit dem erfolgreichen Abschluss der Bachelorarbeit zählt mein ECTS Konto 181 Credits. Der Bachelor in Banking und Finance ist geschafft. Die UZH bietet eine solide Ausbildung mit interessanten Vertiefungsmöglichkeiten in Wirtschaft. Nein, ich rede nicht von den Flussdiagramm-Modulen der BWL, sondern von analytischen Herausforderungen in VWL und Finance. Es sind Module wie Asset Pricing, Gametheory oder Programming in Statistics, die praktisches Wissen vermitteln und dem sonst eher faden Studium wichtige Substanz geben. In den absolvierten Praktika und Nebenjobs konnte ich noch nie das Job-Characteristics-Modell von Hackman/Oldham anwenden (BWL II und ja, ich musste diese Namen googeln). Durch die Auswahl an Modulen konnte ich mir über die drei Jahre ein besseres Bild machen, was ich nach dem Bachelor weiterverfolgen möchte.

Auf der Suche beginnt man zu träumen: Job bei Goldman? Masterstudium in Harvard? Wallstreet? Obwohl einiges unrealistisch klingt, so weit gefehlt scheint es nicht zu sein. Auch wenn nicht-Wirtschaft Kommilitonen diese Ideen für utopisch zu glauben wissen oder den Karriere-Impact schon gar nicht erkennen – ich habe mich stets an denen orientiert, die mich unterstützt und weiter gepusht haben. Insbesondere bei der Zukunftsplanung nach dem Bachelor müssen Prioritäten klar festgelegt sein. Was will ich erreichen? Wer geht mit mir diesen Weg? Was wird mich aufhalten? Die Antworten zu finden und sich neu zu orientieren ist nicht einfach. Mein Ziel war ein Praktikum im Ausland in einem globalen Unternehmen mit weltbewegendem Einfluss.

Mit klarem Fokus und einigen Bewerbungsgesprächen später bin ich nun in London und arbeite bei BlackRock als Risk Analytics Summer Analyst. Es ist die motivierende Arbeitsatmosphäre die mich jeden Tag fasziniert, mehr über die Industrie, Technologie und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. BlackRock bietet mir diese Möglichkeit, jeden Tag mehr zu lernen und mein Uni-Wissen anzuwenden. Insbesondere während die Unsicherheit durch Brexit die Märkte massiv beeinflusst, kann ich in der frühen Karrierephase die Volatilität gelassen als Übung und Möglichkeit sehen, daraus zu lernen, um zukünftig bessere Entscheidungen treffen zu können. Im direkten Anschluss an das Praktikum beginne ich den MSc in Risk Management and Financial Engineering an der Imperial College Business School hier in London. Die Zeit an der UZH war genial, doch möchte ich neue Herausforderungen antreten und internationale Erfahrungen sammeln. Ganz nach dem ETH Prüfungs-Modell gab es dieses Jahr für mich keine Sommerferien. Die Änderung vom letzten Semester inklusive Bachelorarbeit an der UZH, zum Praktikum in London und dem anschliessenden Start an einer neuen Uni bieten allerdings genügend Abwechslung und sorgen stets für beste Unterhaltung.

Der Lebensort Wechsel bringt viele ungeahnte Herausforderungen mit sich. Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? Für mich habe ich absolut richtig entschieden, aber das Ziel ist noch lange nicht erreicht."