17. November 2019

Schwupps. Und da war die Welt prompt voller selbsterklärter Models. Instagram, ich danke dir ...

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Ok, ich kann nicht alle User in einen Topf werfen. Trotzdem - woher kommt der ganze, unaufhörliche Dokumentations- und Präsentationsdrang? Warum der Gedanke, es sei von höchster Relevanz für uns alle zu wissen, was er/sie/es zu jeder Sekunde treibt? Schlimmer noch: Warum stösst dies auf so viel Resonanz? Wie mr_greenfood gerade genüsslich am Blatt seines healthy Superfood-Salads kaut und in seriöser Manier dessen unentbehrliche Zutaten auflistet? Oder ladylalafit ihren Followern mit ernster Miene, ausser Atem und von Schweiss glänzendem Körper erklärt, wie anstrengend der Stepper doch sei – aber man wisse ja, no pain no gain eben. Findet ihr euch alle so wichtig? Nein. Ihr seid es nicht. Niemand ist es.

Instagram mag zwar einen künstlerischen oder ausdrucksstarken Aspekt haben und kann zur Mobilisierung guter Vorhaben dienen – aber was irgendwie geschieht ist der Missbrauch einer öffentlichen Plattform für pure Selbstdarstellungszwecke. Nur was soll genau bewiesen werden? Wie cool und beneidenswert euer Leben ist? Wie gut ihr nach zahlreichen Filtereinlagen aussehen könnt? Ihr schürt Erwartungen, denen ihr nicht gerecht werden könnt – an andere nicht, an euch selbst nicht. Versucht es einmal mit ein bisschen mehr Selbstironie. Blickt über den Handyrand. Und geht doch mit eurer neuer Yogamatte nach Bali ins Yogacamp, weil ihr wirklich into Yoga seid. Und nicht, weil sweetyogalover ihre Hashtags gerade dort verbreitet - das zeugt von mehr Charakter.