24. November 2019

Mein Studium fühlt sich wie ein endlos langer Bergaufstieg an. Jedoch bin ich nicht alleine. Meine Kommilitonen sind meine Reisegruppe, mein Professor mein Local Guide ...

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Als ich die Matura in der Tasche hatte, stand ich noch ganz unten, aber mein Rucksack war vollbepackt für die Reise, die mir bevorstand. Ich absolvierte mein erstes Jahr an der Universität, doch fragte ich mich immer wieder, wie lang es denn noch dauern wird. Nichtsdestotrotz lief ich kontinuierlich weiter, manchmal gab es Verschnaufpausen, in den Semesterferien zum Beispiel. Manchmal wurde es anstrengend als hätte ich einen Krampf im Bein, meistens während der Prüfungsphase.

Jetzt bin ich das zweite Jahr am Repetieren und es fühlt sich so an, als hätte ich meine Reisegruppe inklusive Local Guide verloren. Das verunsicherte mich anfangs sehr, doch als ich merkte, dass ich jetzt in meinem eigenen Tempo weiterlaufen kann, schöpfte ich neue Hoffnung. Verlaufen kann ich mich ja schlecht, denn es geht immer nach oben.

Oftmals bin ich aber so auf die Bergspitze, den schönen Aussichtsplatz und auf alles, was mich oben erwartet fokussiert, dass ich vergesse wie schön der Weg dorthin ist. Ich hoffe, der eigentliche Moment bleibt aufregender als die Vorfreude auf das Ende. Was ich aber weiss ist, dass ich bei der nächsten Berghütte wieder auf meine Reisegruppe treffe, sie mich anschauen und schreien werden: «Hey, wo warst Du? Komm, trink ein Bier mit uns.»