22. Dezember 2019

Karriere, Haus und Auto: Glück ist für mich in diesen Gütern nicht zu finden. Da muss ich mir nichts vor machen ...

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Mich abseits des von unserer Gesellschaft als wohl “finanziell-sicher” deklarierten Pfades zu begeben, war kein einfacher Entscheid und kostete mich rückblickend betrachtet einiges an Mut.

In meinem Studium der Wirtschaftwissenschaften, den ich berufsbegleitend zu meiner Banktätigkeit absolvierte, ging ich nie wirklich auf, dennoch biss ich mich aus Grundsätzlichkeit bis zum Ende durch. Die Aussicht auf Karriere und damit einem gesicherten Einkommen, dem eigenen Haus und schicken Wagen trieb mich voran – im Grunde nichts Ungewöhnliches. Irgendwann traf mich aber die Erkenntnis, dass ich mir hier nichts vorzumachen brauchte: persönliches Glück war für mich allein in diesen Gütern nicht zu finden und wird es auch nie sein. Um mein Dasein erfüllend zu gestalten, musste ich schon dem Folge leisten, für das ich Begeisterung und Freude zu empfinden vermochte. Und das war dann, als ich mich für die Theologie einschrieb. Meine grösste Begeisterung gilt hier nicht dem Fach an sich, aber es unterstreicht das, was ich fühlen und auch leben möchte: einen authentischen Glauben.

Der Glaube nimmt bei mir seit jeher einen grossen Platz ein - so wuchs ich auf und behielt es aus eigenem Wille bei. Einen Werdegang innerhalb der Theologie anzustreben, habe ich trotz grösstem Interesse für das Fach dennoch lange Zeit unterdrückt. Bankwesen und Thelogie sind dennoch keine unüberbrückbaren Gegensätze: einen Glauben in sich zu tragen, ist nicht weldfremd, sondern ein christlicher Leitrahmen. Ich habe nun einmal meine christlichen Normen und Werte, an die ich mich halte, egal wo und wann.

 Das Bild von Religion und Kirche mag heutzutage vor allem unter den jüngeren Generationen in einem schlechten Licht erscheinen – aufgrund eigener Erfahrung und der Geschichte der Kirche als Institution. Ich denke aber, dass die meisten Menschten nichtsdestotrotz etwas höherem ihren Glauben schenken möchten – das liegt in unserer Natur. Mich persönlich fasziniert die Vorstellung der Möglichkeit, eine persönliche Beziehung zu einem liebenden Gott haben zu können.