29. März 2020

Ironman 2019, Hawaii. Ich fiel quasi durch die Ziellline und blieb am Boden liegen ...

Sende ein Geschenk!

Weder wusste ich in welchem Jahr, noch im Rahmen welches Wettkampfs ich mich für ihn qualifizieren würde. Aber die WM und damit der Königslauf im Triathlon, der Ironman Hawaii, stand ganz oben auf meiner Liste. Und dann im warmen Juli 2019, irgendwo im schönen Baskenland Spaniens, passierte es. Ich qualifizierte mich. Während ich nach dem Rennen zurück ins Hotel humpelte, hielt ich es für eine skurille Traumvorstellung, bereits in drei Monaten inmitten des Pazifiks zu sein.

Ich erinnere mich vor dem Start ziemlich nervös gewesen zu sein. Die hier antretenden ProfisportlerInnen hatte ich stets mit grösster Ehrfurcht bewundert und jetzt gehörte ich plötzlich dazu. Vor mir lagen nun 3.8 Km Nässe, eine 180 Km Velofahrt und 42 Km Laufdistanz unter extremen Bedingungen.

Das Schwimmen ging gut, es war wellig und das Wasser roch nach Bratspeck, weil das VIP Boot seinen Gästen nebst der Show offensichtlich die volle Leistung bot. Das Fahrradfahren gestaltete sich schwieriger als erhofft, meine Beine waren aus Gummi und meine Selbstmotivation damit verflogen. Erst nach knapp 100 Km sollte sie zurückkehren. Das Laufen schliesslich, war vergleichsweise ein Kampf und bei den letzten 4 Km fängt der Kopf dann auch an zu spinnen. Meine Trainierin schrie, eine andere Schweizerin sei knapp hinter mir. Und dann rannte ich eigentlich nur noch – bzw. tat das, was ich als rennen erachtete.

Ich fiel quasi durch die Ziellline und blieb am Boden liegen. HelferInnen zogen mich auf und versuchten mich zu verfrachten. Ich weiss noch sauer gewesen zu sein, weil ich in der Tat gerne sitzen geblieben wäre. Aber sonst hätte sich hinter der Ziellinie ein Haufen ausgelaugter Körper angestapelt, also liess ich mich widerwillig wegziehen.

OK. Ich hatte klarerweise bessere Rennen und vielleicht mehr Leistung von mir erhofft. Aber ich hatte es geschafft, ich war da gewesen und hatte durchgehalten. Ausserdem bin ich noch jung. Hawaii, ich komme wieder.