04. Oktober 2015

Eine private Sache stört mich allerdings täglich: Meine Frisur sitzt nie. Ich habe wahnsinnig viele Locken, die mir beim Aufstehen in alle Richtungen abstehen. Diese müssen zuerst jeden Morgen gezähmt werden ...

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Lieber Herr Seidl, wie um Himmels Willen schafft man es, immer so super motiviert zu sein!

"Die Vorlesung macht mir Spass, deshalb gehe ich mit mehr Freude rein, als wenn dies nicht der Fall wäre. Wenn von den Studenten viele Rückmeldungen kommen und sie sich aktiv einbringen, bin ich natürlich auch viel engagierter. Ausserdem bereite ich mich in der Regel sehr gut auf die Veranstaltungen vor. Auch wenn ich Vorlesungen schon oft wiederholt habe, überarbeite ich jede einzelne, baue neue Beispiele mit ein und passe sie aktuellen Geschehnissen an. Ich thematisiere auch oft Dinge, mit denen ich mich in der Forschung befasse, womit ich natürlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage. Private Themen belasten mich nicht derart, dass sie mich in einer Vorlesung runterziehen würden. Eher sogar das Gegenteil. Hat man privat einmal ein Problem, kann man in einer Vorlesung richtig gut abschalten, weil man sich ganz auf die Inhalte und das Publikum konzentrieren muss.

Eine private Sache stört mich allerdings täglich: Meine Frisur sitzt nie. Ich habe wahnsinnig viele Locken, die mir beim Aufstehen in alle Richtungen abstehen. Diese müssen zuerst jeden Morgen gezähmt werden (Kommentar der Redaktion: "Sie sitzt immer! Einfach jedes mal! :O"). Dass ich mit Anzug und Krawatte in die Vorlesung komme, zeugt von einem gewissen Respekt gegenüber den Studierenden. Da ich ja in vielen Veranstaltungen zahlreiche Studierende – viele auch über Podcast – habe, möchte ich mich auch respektvoll anziehen. Privat habe ich aber alles Mögliche an auch mal Trainerhosen."

Lieber Herr Seidl, haben Sie einen weisen Ratschlag für die Studenten?

"Viele Studierende beginnen zu spät mit der Vorbereitung auf die Examen und kommen dann in Verzug. Ich war auch einmal Student und weiss, wie schwierig es ist, sich selbst zu disziplinieren. Schade finde ich, dass relativ wenige Studierende die Möglichkeit eines Austauschsemesters wahrnehmen. Viele Plätze bleiben ungenutzt. Da könnte man seitens der Studierenden sicherlich mehr machen. Ich habe aber auch das Gefühl, dass die Studierenden zielstrebiger geworden sind als früher. Auch in Seminaren merke ich, dass Präsentationen und Foliendesigns wesentlich professioneller geworden sind über die Zeit (Kommentar der Redaktion: "Das hat er ernst gemeint und nicht auf die Differenzen zwischen Hellraumfolien und Power Point angespielt!").

Prof. David Seidl, PhD, Chair of Organization and Management