17. Januar 2017

Mein Leben hat sich drastisch verändert. Im Herbst 2015 war es soweit; wenige Tage vor meiner Abreise begann ich mit der Wohnungssuche in Barcelona. Ich plante einen Semesteraustausch an der UPF Barcelona, doch richtig Spanisch sprechen konnte ich eigentlich nicht. ...

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Über eine Online-Vermittlungsfirma fand ich eine Wohnung. Als ich um 01:00 Uhr morgens ankam, musste ich die Miete zahlen, bevor mir das Zimmer gezeigt wurde. Heisses Wasser gab es nur, wenn ich 30 Minuten vorher das Gas aufdrehte, Fernseher, Waschmaschine und Heizung waren nicht vorhanden, Internet gab es nur eine Stunde pro Tag, für welches ich bezahlen musste. Natürlich nicht in der Nacht, da hat es die Hauseigentümerin abgestellt, wegen den krebserregenden Strahlen...

Bereits nach Tag 1 war ich ziemlich unglücklich mit der Situation und versuchte einfach nur so wenig Zeit wie möglich in der Wohnung zu verbringen. Es fühlte sich an, als hätte ich kein Zuhause. Im Rahmen des Erasmus-Programms habe ich einen Mitstudenten kennengelernt, der mir anbot in seinem Haus zu wohnen. Nach 9 Tagen war es ein tiefes Gefühl der Freiheit, als ich mit meinem neuen Mitbewohner die letzten Sachen abgeholt hatte. Die neue Bude mussten wir erstmals auf Vordermann bringen, denn das Haus war Baujahr 1886 und seit dem 2. Weltkrieg unbewohnt gewesen, da seine Familie aus politischen Gründen während des spanischen Bürgerkrieges flüchten musste. Es war jedoch gut gelegen und sicherlich besser als das vorherige.

In den ersten 3 Wochen des Trimesters haben wir nur Party gemacht. Das neue Haus hatte keine Heizung und wir waren auch oft krank. Seltsamerweise hatten wir zur gleichen Zeit das Pfeiffersche-Drüsenfiber – Kann wohl daran gelegen haben, dass wir eine Vorliebe für dieselbe Frau hatten. Trotz viel Alkohol und Party muss ich sagen, dass ich das erste Mal das Gefühl bekommen habe, wirklich Wirtschaft gelernt zu haben. Ich lernte mehr, hatte eine ausgewogenere Work-Life-Balance, schrieb einfacher gute Noten und die UPF ist sogar noch höher in den Rankings als die Uni Zürich.

Bevor ich weiter vom Studium und der neuen Wohnung erzähle, möchte ich erwähnen, dass ich viele unschöne Strapazen erlebt habe, aber unheimlich glücklich darüber bin, aus der Comfort-Zone rausgegangen zu sein und diese Erfahrung gemacht zu haben. Man bereut einzig, dass man es nicht schon früher getan hat (Teil 1/ 2).