19. März 2017

Wann werde ich zum Cyborg? Wann werde ich diesen schwachen Körper, diese belanglose Hülle, endlich verlassen können ...

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Wenn ich dies sage, wird es meistens humoristisch verstanden. Ein Lachen und ein halbes Grinsen sind die Reaktionen meiner Gesprächspartner. Teilweise meine ich es auch so, doch nicht nur. Ich bin mir sicher, dass ein Teil von mir gerne meinen ganzen Körper “verbessern“ würde. Schwächen wie Schmerzen oder Müdigkeit, das Verlangen nach Nahrung und alles andere, was mein Körper täglich von mir abverlangt, wären Vergangenheit. Ich hätte die Chance, mein inneres, psychisches Potenzial voll und ganz auszuschöpfen. Ich wäre die Inkarnation des menschlichen Fortschritts und die Antwort auf eines der grössten Probleme mit denen der Mensch, seit er existiert, umgehen muss – den Tod. 

Natürlich, unsere Makel sind was uns ausmacht und ich kann mir ein Leben ohne sie nicht wirklich vorstellen. Niemand ist perfekt, aber wieso sollte ich es, zumindest auf der motorischen Ebene, nicht anstreben? Wurden wir alle nicht schon fast zur Verzweiflung getrieben wegen unserem Körper? Haben wir nicht schon alle Menschen, die uns lieb sind, leiden sehen, genau weil ihre organische Hülle mit dem unaufhörlichen Marsch der Zeit nicht mehr mithalten konnte? Ist es also so weit hergeholt, mit der Idee zu flirten, diese Probleme für immer hinter sich zu lassen?

Für mich ist es auf jeden Fall legitim und zu erwarten. Und ich lege es allen nahe an diese Idee zu denken, nächstes mal wenn sie sich am Herd verbrennen, sich den Knöchel verstauchen oder sonst einen unwiderlegbaren Beweis für ihre Schwäche vor sich haben.