06. Juni 2017

Zu meiner Überraschung brannte das Licht. Überall waren Zigarettenstummel verteilt, die Dachluke war sperrangelweit geöffnet und alle Dachstockzellen aufgebrochen ...

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Gerade als ich den Schlüssel ins Schloss steckte, erklärte der Wildfremde, er sei vom Nachbarsblock und wolle bei uns auf die Dachterrasse, um anschliessend auf seine Terrasse rüber zu klettern und seinen Freund zu wecken, da er seinen Schlüssel vergessen habe. Ich, als vorbildlicher Nachbar und guter Menschenfreund, hatte dagegen natürlich nichts einzuwenden. Während Small-Talk im Treppenhaus kam in mir jedoch ein Gefühl auf, dass dieser Typ nicht wirklich Stubenrein wirkt. Mit einem etwas mulmigen Gefühl liess ich Ihn dann zuoberst auf die Dachterrasse und schliess hinter mir die Tür zum Dach wieder zu...

In einem hitzigen Gespräch mit meinem Nachbarn über meine tollen Sneakers die ich nicht mehr finden konnte, erfuhr ich dann,  dass derselbe Typ diese Aktion bereits bei anderen meiner Nachbarn versucht hatte. Nur hatte Ihn von diesen niemand reingelassen...

Einige Tage später ging ich dann in den Dachstock um meine Wäsche aufzuhängen. Zu meiner Überraschung brennte das Licht. Überall waren Zigarettenstummel verteilt, die Dachluke war sperrangelweit geöffnet und alle Dachstockzellen aufgebrochen.

 

 

Wie haben die das wohl geschafft?

Nachdem ich alle Nachbarn informiert hatte, begann ich Texte mit Erklärungen zum Vorgehen des Übeltäters zu platzieren und machte ein dickes Schloss an die Dachluke.

Zwei Tage später habe ich eine erneute Inspektion des Dachstocks gewagt. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als die Dachluke wieder offen war,  sowie alle Texte entfernt, die ich aufgehängt habe.

In den nächsten Wochen wurde nochmals Kleidung und Schuhe geklaut und als ich eines Abends in den Keller ging, wusste ich dann auch wo die sind. Socken, Unterhosen und Shirts waren zum trocknen aufgehängt, daneben eine Matratze mit Schlafsack, die leicht versteckt platziert wurde, dahinter eine Weinflasche. Sogar meine eigenen Schuhe fand ich dort wieder! Die Situation war klar; wir haben einen sehr schlechten Dieb, welcher jedoch eher einem Sammler gleicht und in unserem Keller haust.

An dieser Stelle ist mir dann der Kragen geplatzt. Die Dachluke habe ich mit Nägeln zugenagelt, die Hintertür wurde ebenfalls fix verriegelt.

Danach war Ruhe. Trotzdem hatte man andauernd ein komisches Gefühl, ob man plötzlich dem Typen im Treppenhaus noch begegnen wird, ob man Ihm vielleicht schon begegnet ist und es nicht realisiert hat, oder ob er jetzt wirklich weg ist.

Als ich das nächste Mal ins Training fuhr, konnte ich beobachten, wie jemand einer Frau ein Handy aus der Tasche klaute. Ich reagierte instinktiv, packte den Typen und rettete das Handy, die Frau und die Welt – So fühlte es sich zumindest an, mit all den verworrenen Diebstahl-Emotionen der letzten Wochen die mir in diesem Moment aufkamen.

Wie der Typ übrigens immer wieder reinkam obwohl alles abgeschlossen war? Wissen wir nicht genau. Kann daran liegen, dass gewisse Personen auch heutzutage gerne noch Schlüssel in Schuhen verstecken.

 

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