22. September 2017

Mit nur 10 Jahren habe ich mit der Tanzausbildung angefangen. Der Internatsalltag war streng: Sechs Mal pro Woche hatten wir fünf Stunden Training und auch am Wochenende so gut wie keine Freizeit ...

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Mit fünfzehn habe ich dann aber aufgehört, professionell zu tanzen. Wenn man sich für eine professionelle Balletttanzkarriere entscheidet, richtet man sein ganzes Leben danach. Ständig ist man im Training und kann dann nicht einfach mal kurz mit Freunden weggehen. Mich haben aber so viele andere Sachen interessiert, dass ich mir eingestehen musste, dass Ballett mich zwar interessiert, aber nicht meine einzige Liebe bleiben kann.

Vor anderthalb Jahren bin ich dann alleine von Deutschland nach Zürich gezogen, um hier Physik zu studieren. Viele Leute sind von diesem Wechsel überrascht, weil Tanzen und Physik so weit voneinander entfernt scheinen. Im Grunde sind sie sich aber recht nah. Es gibt viele, die sagen, wenn ich nicht Tänzer wäre, würde ich etwas mit Physik machen. Während dem Tanzen lernst du deinen eigenen Körper auf einzigartige Weise kennen und spürst die geschmeidigen Bewegungen des Körpers und die Kraft der Luft, in der du herumwirbelst. Das hat viel mit Physik zu tun. Durch Physik erhoffte ich mir auch einen anderen Einblick ins Tanzen. 

Nach zwei Semestern Physikstudium musste ich dann aber feststellen, dass es nichts für mich ist. Ich habe das Fach abgebrochen, weil es so streng und so strikt war und man überhaupt keine Freiheiten hatte. Es ist ein grosser Unterschied, ob einen „bloss“ die physikalischen Phänomene interessieren oder ob man zehn Stunden an einer Aufgabe herumrechnen will und nichts dabei herauskommt.

Nun studiere ich Populäre Kulturen und Filmwissenschaften im ersten Semester, etwas ganz anderes. Es ist offener und interaktiver, das macht mir viel mehr Spass.

Im Fach Populäre Kulturen weiss ich zwar noch nicht, wo ich genau hinwill, aber im Moment verspreche ich mir davon nur, dass es das Thema ist, was mich interessiert. Neben dem Studium tanze ich jetzt im ASVZ. Nicht mehr nur Ballett, sondern auch Modern Dance, Jazz Dance oder Hip Hop. Ich würde nicht sagen, dass ich dank meiner fünfjährigen Ballettausbildung besser bin als die andern, aber vielleicht sind meine Bewegungen sauberer.