21. Mai 2017

Ich bin zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen. Mein Vater ist im Iran aufgewachsen und meine Mutter in der Schweiz. Was mich im Iran immer wieder fasziniert, ist die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Menschen ...

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Bei einer meiner Reisen kamen meine Familie und ich spätabends in einem Dorf in der Provinz Kurdistan an. Als wir kein Lebensmittelgeschäft finden konnten, klopften wir an einer Tür, um zu fragen, wo wir um diese Zeit noch etwas zu essen finden würden. Die Frau, die offensichtlich selber nicht viel besaß, meinte, es gäbe nichts mehr, aber wir sollten einen Augenblick auf sie warten. Nach wenigen Minuten kam sie mit einer Tasche voll Brot zurück, welches sie bei sich und den Nachbarn für uns zusammengesammelt hatte.


Erlebnisse wie diese berühren mich sehr und bringen mich zum Nachdenken. Sie zeigen, dass man nicht viel besitzen muss, um hilfsbereit zu sein. In Zeiten wie diesen, wo viele Leute ihr Land verlassen müssen und auf Hilfe angewiesen sind, ist Gastfreundschaft besonders wichtig. Es wird einem dadurch nichts weggenommen. Ich sehe es als unglaubliches Glück an, in der Schweiz geboren zu sein, denke aber auch, dass ich eine gewisse Verpflichtung habe. Es ist mir wichtig zu zeigen, dass fremde Kulturen eine große Bereicherung für ein Land sein können.