04. Juli 2017

Es war ein warmer Sommerabend, ideal für ein paar Bier mit Freunden. Wir sassen gemütlich auf meinem Balkon, redeten und lachten als wie aus dem nichts die Balkontür zuschlug und einrastete. Wir befanden uns im obersten Stock und es gab keinen Weg die Tür zu öffnen. ...

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Wir waren perplex und wussten zuerst gar nicht, wie wir das Problem lösen sollten. Wir befanden uns im obersten Stock und es gab keine Möglichkeit vom Balkon hinunterzuklettern, ohne uns in Gefahr zu bringen. Die beste Lösung schien uns, zu dritt so viel Lärm zu machen, dass mein Vater aufwachen und uns retten würde. Wir veranstalteten also einen grossen Radau, lärmten und riefen laut. Nichts rührte sich, mein Vater schlief selig weiter. Als Nächstes baten wir Passanten auf der Strasse durch lautes Rufen um Hilfe. Sie ignorierten uns jedoch komplett. Wie glaubwürdig können drei Jugendliche auch sein, die nachts von einem Balkon hinunterschreien? Niemand half uns.

Doch auf ein Mal öffnete sich im unteren Stock ein Fenster und der Kopf unseres Nachbarn schob sich heraus. Er rief uns zu: „Jungs, was macht ihr eigentlich?!“ Ich kannte ihn nicht wirklich und wusste nur, dass er in einer Männer-WG wohnte. Aufgeregt erklärten wir ihm unsere missliche Lage, dass wir ausgesperrt seien und keinen Ausweg mehr sähen, als auf dem Balkon zu übernachten. Unser Nachbar lachte und nach wenigen Minuten öffnete er die Balkontür und rettete uns. Glücklicherweise war unsere Wohnungstür nicht abgeschlossen gewesen, so konnte er uns aus unserer Not befreien. Obendrein brachte er auch noch Bier mit und blieb noch ein Weilchen mit uns auf dem Balkon. Das markierte den Beginn meiner Freundschaft mit ihm. Seitdem haben wir uns immer wieder gesehen und ich lernte auch seine anderen WG-Mitbewohner besser kennen.