04. Oktober 2017

Im Zwischenjahr musste ich die RS absolvieren, was mich in gewissen Aspekten an meine Grenzen brachte. Ich erlebte das Militär als eine total eigene Welt und musste meinen Umgang damit zuerst erlernen. Wie vieles passierte auch dies nicht im sanften Stil ...

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Als ich in der Küche eingeteilt war, gerieten wir, aufgrund einer Unterbesetzung, in einen Stress. Unsere Vorgesetzten standen daneben und waren nicht im Geringsten daran interessiert, auch nur einen Finger zu krümmen. Ich dachte mir, dass es wohl etwas zur Effizienz des Küchenteams beitragen würde, wenn auch sie uns unterstützen würden, und machte den einmaligen Fehler, sie darauf hinzuweisen. Und in diesem Moment lernte ich: Halt lieber deinen Mund. Als Disziplinierungsmassnahme folgte ein langer Morgen monotones Geschirr sortieren, an dem ich Tellerberge von A nach B schleppen musste. Als ich endlich fertig war, meinte der Küchenchef: 'Eigentlich hat es mir am vorherigen Ort besser gefallen. Bring das Zeug zurück.'

In Momenten wie diesen, in denen ich sowohl stinkwütend auf meinen Vorgesetzten bin, als auch, aufgrund solch einer Absurdität, laut herauslachen möchte, habe ich gelernt einfach still zu sein und meine Arbeit zu erledigen. Die Folgen einer Diskussion wären einiges schlimmer und ich habe verstanden, dass ich über keinerlei Macht verfüge und durchzubeissen habe. Ich bin überzeugt, dass mir diese Einsichten im Studium und Leben einiges weiterhelfen werden. Wenn ich vor mühsamen Strapazen stehe, kann ich an die Zeit in der RS zurückdenken und mir sagen: „Hey, du hast schon viel Schlimmeres erledigen müssen.“