01. Oktober 2017

Es war ziemlich hart, den Studienplatz an der ETH aufzugeben. Meine ganze Familie hat gesagt: 'Bist du wahnsinnig? Wie kann man diese Chance einfach wegwerfen!' ...

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Bevor ich Jus an der Universität Zürich studierte, war ich an der ETH, weil sie so ein gutes Renommee hat. Ich habe aber nach einem Semester gemerkt, dass es nicht das Richtige für mich ist. Das war beim Mittagessen, als ich mich mit den anderen Erstsemestrigen über die Zukunft unterhalten habe und alle meinten, sie wollen mal im Labor arbeiten. Da habe ich gemerkt: Ich will nicht im Labor arbeiten. 

Lieber folge ich meinen Leidenschaften, egal was andere sagen. Ich habe für zwei Wochen ein Volontariat an einem Zürcher Gericht gemacht. Anfangs habe ich mich nicht versteckt sondern offen gesagt was mich interessiert. Der Fall, den ich dann bekommen habe, hat mich total geflasht. Es ging dabei um einen Serientäter. Dadurch, dass ich genau wusste, was mich interessiert, durfte ich mich dann auch damit befassen.

Ich fühle mich so vielen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt, dass es gut tut, sich auf eine Sache zu konzentrieren und dem nachzugehen. Ich habe meinen Stil gefunden und werde dranbleiben. So kann ich auch nach meinem eigenen Tempo arbeiten und leben und muss mich nicht davon beeinflussen lassen, wie schnell jemand anderes ist. Bei den Dingen die mir wirklich gefallen, bekomme ich sowieso eine gewisse Schnelligkeit, weil ich sie nicht mit der Einstellung mache; ich muss, ich muss, ich muss, sondern mit dem Gedanken; ich will, ich will, ich will.