04. Februar 2018

Sie hatte weder genügend Nahrung, noch ein richtiges Zuhause, und dennoch lächelte sie mich mit strahlenden Augen an: «Es geht immer schlimmer! Ich bin froh, bin ich gesund. Alhamdulillah!» ...

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In den Ferien in Somalia kam ich mit einer Bettlerin ins Gespräch. Als sie erfuhr, dass ich zur Schule ging, legte sie mir nahe, unbedingt studieren zu gehen und einen guten Beruf zu erlernen. Ich dürfe mein Leben auf keinen Fall wegwerfen und müsse die Chancen nützen!

Was mich an dieser Frau berührte, war die Dankbarkeit, die sie trotz ihrer misslichen Lebenssituation ausstrahlte. Sie hatte weder genügend Nahrung, noch die Sicherheit eines richtigen Zuhauses und dennoch lächelte sie mich mit strahlenden Augen an: „Es geht immer schlimmer! Ich bin froh, bin ich gesund. Alhamdulillah!“

 Bei mir könnten die Dinge viel schlimmer sein, aber besser geht es kaum: Ich bin in der Schweiz geboren und habe einen Platz an der Universität Zürich. Mir stehen sämtliche Türen offen und ich kann alles aus mir machen. Dies ist ein Privileg, das schnell zur Selbstverständlichkeit werden kann.

In solchen Momenten, wie mit der Bettlerin, fällt mir ein, was im Leben wirklich für mich zählt. Es ist nicht der verpasste Bus oder das kaputte Handy, sondern Gesundheit, Freunde und Familie. Liebe und Dankbarkeit. Ich habe mich früher oft über Trivialitäten beklagt, doch heute sagen mir viele Freunde, dass sie mich fast nur lachen sehen. Die Einstellung zum Leben ist etwas, was ich ändern kann und der Fokus der Gedanken lässt sich verschieben. Ich habe gelernt, was wirklich wichtig ist und bin dankbar, für alles, was ich habe.